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Stillfreundliche Einführung von Beikost

Seit einigen Jahren wird in Großbritannien und den Niederlanden 'Beikost nach Bedarf' propagiert. Das Baby bekommt unpürierte Beikost in faustgroßen Stückchen angeboten. Es wählt die Nahrung aus einem kleinen Angebot selbst aus und isst in seinem eigenen Tempo.
Publiziert in Laktation und Stillen | Autor: Stefan Kleintjes

Kann ein Baby selbständig essen?

Ja! Selbständig essen, beginnt nach der Geburt. Die Mutter legt das Neugeborene auf ihren Oberkörper. Das Baby bewegt sich selbständig zur Brust hin und erfasst nach einiger Zeit die Brust mit seinem Mund. Babys stillen sich selbst. Diese angeborene Fähigkeit setzt sich fort solange das Kind nach Bedarf gestillt wird. Beikost nach Bedarf schließt nahtlos an bei Stillen nach Bedarf.

Wann braucht ein Baby Beikost?

Früher dachte man, dass ein Baby schnell zugefüttert werden müsse, um sich frühzeitig an andere Geschmäcke zu gewöhnen. Heute noch ist die Auffassung verbreitet, das Baby müsse zugefüttert werden, wenn seine Gewichtsentwicklung ab dem vierten Lebensmonat abflacht, sein Bedürfnis an nächtlichen Stilleinheiten wieder zunimmt oder wenn es den Eltern gespannt beim Essen zuschaut.
Naylor und Morrow (2001) kamen zu dem Ergebnis, dass ein Baby mit rund sechs Monaten reif ist für Beikost.

Warum unpürierte Beikost?

Eltern wollen, dass ihr Kind früher oder später am Familientisch mitisst. Aber ist es so, dass ein Baby besser oder schneller kauen lernt, wenn ihm erst alle Nahrung in pürierter Form dargereicht wird? Nein! Pürierte Nahrung war eine Erfindung, um Eltern zu befähigen, ihre jungen Babys, die noch nicht kauen konnten zu füttern, mit der überholten Einstellung, dass frühe Zufütterung notwendig sei.
Füttern von pürierter Kost an Babys von sechs Monate und älter hindert das Baby jedoch bei seiner Fähigkeit, feste Nahrung zu verarbeiten.

Allgemeine und individuelle Entwicklung

Babys von vier Monate können nichts anfangen mit angebotener Beikost. Babys von sechs Monate können nach fester Nahrung greifen, sie in den Mund stecken und mit der Zunge zusammendrücken oder aussaugen. Babys von neun Monate können selbständig essen und sind hierbei geschickter als Babys im gleichen Alter, die mit pürierter Kost gefüttert wurden. Diese Babys wollen nicht mit dem Löffel gefüttert werden, lernen aber beizeiten, selbst mit dem Löffel zu essen.
Nicht alle Babys sind zur gleichen Zeit bereit für feste Nahrung. Das Kind gibt das Signal, bereit zu sein und die Eltern können hierauf eingehen, indem sie ihrem Kind die zu seinem Alter passende Nahrung anbieten.

Besteht Verschluckgefahr?

Natürlich darf das Kind beim Essen nicht allein gelassen werden. Verzehr von fester Nahrung ist weniger riskant als Aufnahme von pürierter Kost. Verschlucken geschieht am ehesten, wenn breiig-flüssige Kost vom Löffel in den Mund gesogen wird.

Was ist der Würgereflex?

Der Würgereflex schützt das Baby vor Verschlucken. Babys die würgen, finden dies ganz normal. Sie schrecken kurz auf, schauen sich um und ergreifen dann das nächste Stückchen Nahrung.

Was ist mit anderen Flüssigkeiten?

Das nach Bedarf gestillte Baby braucht keine zusätzlichen Flüssigkeiten. Eltern können versichert sein, dass ihr Baby ausreichend Flüssigkeit und weiterhin die beste, an seine Bedürfnisse angepasste Nahrung erhält.

Kann es dreckig werden?

Ja, denn ein Baby, das beginnt mit fester Nahrung, kann noch nicht 'anständig' essen.

Hat das Baby die Kontrolle?

Ja! Das Baby bestimmt selbst, was es isst und wie viel. Aufgabe der Eltern ist es, gesunde, abwechslungsreiche Nahung zur Verfügung zu stellen.

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